Kleine Maurer - Ziegel im Modell verarbeiten

Miniaturmaurer

In unserem Bausatz für den Ziegelbrunnen für die Gartenbahn ist dazu schon alles enthalten. Natürlich auch die Spachtelmasse.  

Wir zeigen euch heute, womit ihr die kleinen Ziegel & Pflastersteine noch bearbeiten könnt, um kleine realistische Bauwerke zu schaffen.

Richtiger Zement lässt sich hier nur schlecht verarbeiten. Die Bauteile sind zu klein und brechen daher durch das grobe Material sehr schnell auseinander. Wir müssen also etwas "tricksen". 

Grundsätzlich nutzen wir selbst immer eines der folgenden Grundmaterialien:  

Modellgips 
Fugenspachtel (weiß) 

In allen Fällen testen wir vor dem endgültigen Bau der Miniatur, wie sich das Material unter den jeweiligen Gegebenheiten verhält. Vor allem für Modelle im Außenbereich fertigen wir meist einen kleinen Teil des Bauwerks oder eine Probe aus wenigen Ziegeln an, lassen es vollkommen austrocknen und erst dann vollenden wir das Werk. 

 Zunächst stellt sich jedoch die Frage, wo das Modell später stehen soll:  

Innen oder außen? 

Alles, was wir später im Freiland platzieren wollen, muss wetterfest sein. Natürlich empfehlen wir, die Modelle für die Gartenbahn im Winter mit ins Haus zu stellen. Doch Hitze und Regen kann jede Gartenbahn auch zu anderen Jahreszeiten ereilen. 

Für den Außenbereich nutzen wir die Fugenspachtelmasse. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass diese auch für Außen geeignet ist. Und nicht vergessen, extra feines Material zu nutzen. Es sollte keine grobe Körnung enthalten und am besten in feiner Pulverform daherkommen, damit die kleinen Teile auch Halt aneinander finden können. 

Sollte das verwendete Material nach dem Aushärten nicht die gewünschte Festigkeit mit sich bringen, greifen wir erneut auf einen Trick zurück. Wasserfester Holzkleber ist die Zauberzutat, die bei uns immer zum gewünschten Ergebnis geführt hat. Dabei haben wir meist 1/3 der verwendeten Wassermenge durch den Kleber ersetzt und unter die Spachtelmasse gerührt. Unter Umständen verlängert sich die Zeit des Aushärtens ein wenig, das lohnt sich aber für das Endergebnis.  

 Für den Innenbereich ist ebenfalls Fugenspachtel nach unserer Auffassung die beste Wahl. Sie kann ohne Zusatz mit Wasser gemischt werden und verhält sich auch beim Verfugen so, als würde man mit großen Ziegeln arbeiten.  Zudem hat sie eine sehr angenehme Verarbeitungszeit, sodass man die Ziegelchen schön akkurat aufeinander stapeln kann.

Weitere Varianten sind Gips und andere sehr feine Spachtelmassen, wobei man dank der schnellen Aushärtungszeit von Gips nur kleine Mengen anmischen sollte. 

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Die Farbe passt nicht? Kein Problem... 

Die Fugenspachtelmasse trocknet in der Regel in der Farbe aus, wie sie im Lieferzustand, also der Pulverform,  gekauft wurde. Will man es etwas dunkler, kann man entweder gleich auf Gips zurückgreifen oder Farbpigmente untermischen. Normalerweise hat man jedoch nicht unbedingt eine große Auswahl an Pigmenten zu Hause. Einfacher ist es, auf Pastellkreide zurückzugreifen. Die gibt es in jedem Bastelgeschäft und auch in gut sortierten Schreibwarenläden. Die Farben können nach Belieben gemischt und dosiert werden.  
Man benötigt nur eine kleine Menge an Pigmenten, die mit einem Bastelmesser fein von der Kreide abgekratzt werden. Wir empfehlen, vor dem Mauern und Verputzen eine Farbprobe herzustellen, um den Farbton nach dem Trocknen sehen zu können. Dann kann man die Farbe des Spachtelpulvers mit den Pigmenten zur Not noch korrigieren. 

  

Der Anfang

Solch kleine Bauwerke aus dem Nichts zu zaubern ist nicht Ohne. Eine Grundplatte für die Basis muss her.  

Für den Untergrund empfehlen wir Styrodur (das ist auch für den Außenbereich geeignet), ähnlich strukturierte Hartschaumplatten oder eine kleine Holzplatte. Das Holz sollte nach dem Bau dementsprechend bearbeitet werden, falls es im Außenbereich Hitze und Feuchtigkeit ausgesetzt werden soll, damit es nicht aufquillt oder zu sehr arbeitet.  

Die Grundplatte sollte etwas größer gewählt werden, als das die größe des Bauwerks. Ein Rand von 0,5 cm reicht in der Regel vollkommen aus.  

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Mauern und Verfugen 

 

Das Beispiel im Bild zeigt, wie die erste Reihe direkt mit Spachtelmasse auf die Bodenplatte aufgetragen wird. Diese Variante funktioniert bei Bauwerken, deren Grundform selbsttragend ist (beispielsweise kreisförmig) und nicht so leicht umfällt. Einzelne Mauern sollten vorher wie folgt fixiert werden.

Die erste Reihe Ziegel leimen wir meist über den kompletten Grundriss des Bauwerks an. Diese erste Ziegelreihe nutzen wir als Basis für alle weiteren "Schichten", um eine schöne senkrechte Wand zu erstellen und die Ziegel gerade an einer Linie ausrichten zu können. Natürlich ist es auch eine Hilfe, dass die Ziegel nicht einfach wegrutschen, solange die Spachtelmasse noch feucht ist.  

Wichtig ist ein wasserfester Kleber. Wasserfester Holzkleber reicht für den Innenbereich bzw. für die Holzgrundplatte. Für Styrodur sollte ein geeigneter Kleber gewählt werden, welcher auf dem Kunststoff halt bietet, ihn aber nicht auflöst. Flüssiger Sekundenkleber ist in beiden Fällen nicht geeignet, da er zu schnell in die Poren der Ziegel einzieht. 

Ist die erste Reihe geklebt, ausgerichtet und ausgehärtet, geht es an das... 

   

Die wichtigste Regel hierbei: Die Ziegel vorher anfeuchten. Wie auch bei großen Bauteilen brauchen wir hier etwas Feuchtigkeit, damit die Spachtelmasse nicht zu schnell austrocknet und die Verbindung zwischen Masse und Ziegel hergestellt werden kann. Wir sprühen daher die erste Ziegelreihe, die bereits auf der Grundplatte sitzt und die Ziegel, die als nächstes verbaut werden sollen mit Wasser ein. Alternativ kann das Wasser auch mit einem Pinsel aufgetragen werden.  Die Ziegel sollten jedoch nicht schwimmen und trotzdem noch ein wenig Feuchtigkeit aus der Spachtelmasse aufnehmen können.  

Die Spachtelmasse wird nun nach Anleitung auf der Verpackung (ggf. Mit Leim und/oder Farbpigmenten) in kleinen Mengen angemischt. Es reicht vollkommen aus, einen halben Teelöffel für jeden Durchgang zu nutzen, damit die Masse nicht unnötig austrocknet und weggeworfen werden muss. Zum Mauern sollte die Spachtelmasse eine geschmeidig breiige Konsistenz haben. Als Behältnis zum Anmischen eignen sich ausgespülte Plastikschälchen oder leere Teelichtkappen. 

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Nun trägt man auf die erste Ziegelreihe eine kleine "Wurst" der Spachtelmasse auf. Versetzt zu den Fugen der ersten Ziegelreihe setzt man auf diese Wurst die vorher angefeuchteten Ziegel. Und das natürlich immer mit möglichst gleichem Fugenabstand. Als Hilfsmittel kann ein Stück Plastik einer alten Verpackung als Abstandshalter genutzt werden. Die Masse darf gern an den Seiten etwas herausquellen, das erleichtert später das Verfugen. Nun Mauert man eine kleine Fläche und achtet nebenbei immer auf die Festigkeit der Spachtelmasse. 

Für das Verfugen darf die Masse schon hart, jedoch noch nicht ganz ausgetrocknet sein. Mit etwas Wasser und einem Pinsel verstreichen wir die herausgequollenen Spachtelmassenwürste. Sollte es Stellen geben, an denen Spachtelmasse fehlt, so kann man sie leicht mit Wasser verdünnt mit einem Pinsel nachtragen. Alle Fugen sollten schön gefüllt sein. Nach leichtem Anziehen der Spachtelmasse können überschüssige Reste mit einem nassen Schwamm, einer Zahnbürste oder einem Tuch entfernt werden. Dabei sollte man nicht zu viel Druck ausüben, um die Spachtelmasse nicht aus den Fugen zu wischen. 

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Hat man den Punkt doch verpasst, bis zu dem sich das Material abwischen lässt, kann man nach völliger Aushörtung auch noch einmal mit einem feinen Schleifschwamm nacharbeiten. Dabei mit leichtem Druck über die überschüssige Spachtelmasse schleifen und den Staub mit einem nassen Tuch abwischen.

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